Swisspeople: Emil Steinberger und die Äpfel in der Bratpfanne


Unter dem Begriff “Swisspeople” bingt Swissgourmets.ch eine neue Serie. Prominente Schweizerinnen und Schweizer lassen sich in die Töpfe schauen.

EMIL STEINBERGER


Ja, wenn ich in Luzern bin, dann wird zugeschlagen, rücksichtslos, ohne Blick auf die Kalorien. Es gibt ja unzählige gute Restaurants in dieser Stadt. Als Bewohner von Montreux ist man diesbezüglich nicht so sehr verwöhnt. Touristenorte sind nie so optimal in Sachen Verpflegung, weil man die Strassen-Sandwich-Esser ins Lokal holen möchte und deshalb nicht zu teuer sein darf.

Wie kann da die Qualität stimmen? In Luzern ist die Auswahl wirklich gross. Ich habe noch nicht ganz den Überblick, müsste öfter in der Stadt verweilen, um eine Rangliste aufstellen zu können. Aber, was ich bis jetzt festgestellt habe: Sehr schöne Lokale, sehr freundliche Bedienung, gepflegtes Essen, Preise, na ja, langsam sind wir in der Schweiz generell an der obersten Grenze angelangt.

Mein Lieblingsgericht? Wenn ich ab und zu in die zur Zeit 30 verschiedenen Fernseh-Koch-Sendungen reingucke und in die diversen Pfannen und empfohlenen Essen, dann reizt mich oft nur eines: zurück zu Mutters Küche! Einfach, klar und gut. In letzter Zeit esse ich zum Beispiel gern mal wieder Spaghetti mit Apfelschnitz, die es früher bei den Steinbergers gab. Wenn der Käse über den Spaghetti ein guter Emmentaler ist und die Äpfel in der Bratpfanne mit etwas Zucker gesüsst werden, dann befinden sich zwei Elemente im Teller, die fabelhaft zueinander passen und sich im Geschmack perfekt ergänzen.

Gesunde Ernährung … Ich weiss diesbezüglich fast nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Besonders vor den Festtagen las ich so viel über Ernährung und verglich Kalorientabellen. Meist enthalten die Speisen zu viele Kalorien, aber dann heisst es wieder, dass dafür in dieser Speise wertvolle Vitamine enthalten seien.

Ja, soll ich jetzt auf Kalorien oder auf Vitamine setzen? Am Besten auf den gesunden Menschenverstand oder einfach rufen: „Fräulein, mir emol en warmi Suppe!“

Kein Telefon, kein E-Mail? Und vielleicht liest man erst noch „Heute Ruhetag“! bei der improvisierten Ankunft! Da gibt es oft unschöne Überraschungen. Ich habe schon Kantone erlebt, wo fast alle synchron am gleichen Tag ihren Ruhetag ansetzten. Ich weiss, man hört das nicht gern, aber dann ist halt der Buhmann McDonalds der letzte Rettungsanker, nachmittags um 15 Uhr oder 16.30 Uhr!

Interview. Urs Weder
Webseite von Emil Steinberger www.emil.ch

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