Chili, die Scharfe Schote
Pfeffriges als Aphrodisiakum? Im Mittelalter sehr wohl. Testen Sie’s. Wer weiss, vielleicht wird Ihrem Opfer der Begierde beim Genuss so heiss, dass schon bald die ersten Kleidungsstücke fallen.
Aber was macht die kleine Chilischote so scharf? Die Alkaloide sind’s, die auch in Pfeffer, Tollkirsche und Alraune stecken. Sie stimulieren Teile des Nervensystems und können so bei einem gemeinsamen Dinner die Stimmung kräftig anheizen.
Kleine Anekdote am Rande: Im Mittelalter schätzten „Hexen“ alkaloidhaltige Salben – und trugen sie auf die Schleimhäute der Genitalien und die Achseln auf.
Das löste Halluzinationen aus, führte zu erotischen Exzessen und erweckte das subjektive Gefühl, fliegen zu können – wofür also weniger der Besen sorgte!
Tipp
Von derartigen Selbstversuchen raten wir dringend ab. Aber wie wär’s denn zum Beispiel mit einer heissen Schoggi mit einer Prise Chili wie im Film „Chocolat“? Dafür reines Kakaopulver mit heissem Wasser aufgiessen (etwa fünf gehäufte Teelöffel auf 250 ml Wasser), einen Teelöffel Zimt, ein bis zwei Messerspitzen Kardamon, eine Messerspitze Nelken, das Innere einer halben Vanilleschote, eine Prise roten Chilipfeffer und etwa fünf Teelöffel Zucker oder Honig dazugeben und fünf Minuten ziehen lassen.
Urs Weder

