Abzockermentalität im Schweizer Tourismus
Der Schweizer Tourismus beklagt sich über weniger Gäste. Der Grund wird gesucht und auch gefunden. Der starke Franken ist schuld. Es liegt also nicht an der eigenen Dienstleistung oder an der Abzockermentalität, um einen Zeitgeistbegriff zu benutzen, von gewissen Häusern, nein es liegt ganz klar nur am starken Franken, so die haufenweise, auftauchenden Experten.
Die gesamte Tourismuslobby jammert auf einem so hohen Niveau, dass der Bundesrat Millionen von Franken eben dieser Lobby zuspricht. Ein gefährliches Vorkommen, was angefangen hat, als die UBS mit Milliarden Steuergeldern “gerettet” worden ist. Was dabei herausgekommen ist, wissen wir in der Zwischenzeit.
Wenn die Gäste wegbleiben einfach darum, weil die Preise in der Schweiz um vielfaches höher sind, als z.B. im Südtirol, dann liegt es bestimmt nicht am zu hohen Franken, sondern es liegt daran, erstens, an den überhöhten Preisen, herrvorgerufen unter andern auch über eine viel zu hohe Gewinnmarche die auf den Preisen haften bleibt und zweitens, am schlechten und zum Teil unfreundlichen nicht der Sprache gewachsenen Personal. (Kosten ja auch weniger und es bleibt mehr für den Chef übrig
)
Nehmen wir das Südtirol, wo es noch viele Familienunternehmen gibt. Hier wird der Status für das Servicepersonal “Serviertochter” noch als sehr wertvoll eingestuft.
Da sieht man viele Einheimische, die diesen schönen Beruf ausüben.
Bei uns in der Schweiz, ist der Status so. “Was, du bist nur Serviertocher?”
Es braucht wieder mehr Menschen, die mit Freude diesen wunderbaren Beruf ausüben. Dazu brauchts keinen Universitätsabschluss. Wir müssen denjenigen, die diese Arbeit ausüben wieder mehr Wertschätzung entgegenbringen.
Und vielleicht das Fränkli auch denjenigen weitergeben, die es verdient haben, und auch dafür verantwortlich sind (Servierpersonal), dass die Gäste wieder kommen. Denn diese kommen nicht wegen den zu viel verdienenden Manager und Chefs, die sich nur selten an der Front zeigen.
Es liegt also nicht am starken Fränkli. Es liegt an jedem Unternehmen, sich mal Gedanken zu machen.
Ich möchte ganz klar betonen, es gibt auch Unternehmen, die auch in der aufgeblasenen Tourismuskrise hervorragend Geschäfte machen. Nur diese jammern nicht.
Es sind diejenigen, die die obengenannten Aspekte nicht ernst nehmen und jetzt auf das Bundesrettungsboot, gefüllt mit Steuerbazeli, aufspringen, bevor sie untergehen.
Wenn der Bund nun wieder die Privatwirtschaft finanziell unterstützt, gelangt die Privatwirtschaft in eine totale Staatsabhängigkeit, dessen Folgen politisch und wirtschaftlich verhängnisvoll sein werden.
Urs Weder>
